Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für effektive Lernziele in deinem Online-Kurs 🎯

Effektive Lernziele für deinen Online-Kurs formulieren
Richtig gute Lernziele schreiben ist eine Kunst für sich. Welche drei Komponenten es braucht und welche Schritte du bei der Formulierung, in welcher Reihenfolge, am besten gehst, erfährst du in diesem Artikel.

Was soll wie und mit welchem konkreten Ergebnis gelernt werden?

Das ist die Frage, die es zu beantworten gilt, wenn du deinen eigenen Online-Kurs erstellst. Mit einem klaren Lernziel, stellst du sicher, dass deine Kund*innen auch die gewünschten Lernerfolge erzielen. Lass uns kurz zusammen fassen, warum Lernziele so unglaublich wichtig sind. Du solltest sie auf keinen Fall auslassen! (Du kannst natürlich machen, was du willst – mit dem Risiko, dass dein Kurs in sich in die vielen anderen 0815-Kurse einreiht 😇. )

In diesem Artikel erfährst du alles, was du brauchst um effektive Lernziele zu formulieren, die deine Teilnehmenden motivieren und eine klare Orientierung geben. Legen wir los!

Die Bedeutung von klaren Lernzielen

Stell dir vor, du gehst auf eine Reise, ohne zu wissen, wohin du eigentlich möchtest. Oder besser, ohne Möglichkeit zu überprüfen, ob du die richtige Route eingeschlagen hast. Klingt für manch einen nach Spaß, aber auch ziemlich planlos, oder? Genauso verhält es sich mit einem Online-Kurs ohne klare Lernziele. Lernziele dienen als dein Kompass, der dir hilft, den richtigen Weg zu finden und den Fokus auf das Wesentliche zu legen. Sie helfen dir dabei, den Inhalt zu strukturieren und auszuwählen. Sie stellen sichter, dass deine Teilnehmenden am Ende des Kurses die gewünschten Kenntnisse und Fähigkeiten erworben haben. Hier kannst du weiterlesen: „5 Gründe für klare Lernziele“.

Eine Grundlage schaffen – Analyse ist Queen! 👑

Klare Lernziele zu formulieren ist Teil der Analyse, die zum Prozess gehört, wenn du einen professionellen Online-Kurs erstellen willst. (Hier kannst du mehr über den Prozess lesen.) Bei der Analyse klärst du deine Zielgruppen, die Bedarfe und Ausgangslage. Diese Informationen versetzen dich noch besser dazu in die Lage, richtig gute Lernziele zu schreiben.

Ein gutes Lernziel besteht aus 3 Komponeten. Nicht mehr und nicht weniger.

Schauen wir uns die Komponenten mal in Ruhe an:

1. Schritt: Was soll gelernt werden? (Ergebnis)

Oder anders gefragt: Was soll sich bei deinen Teilnehmenden durch deinen Kurs in ihrem Denken, Wissen, Verhalten, Fähigkeiten oder Einstellungen verändern? Womit verlassen sie deinen Kurs? Es gibt drei Ebenen, auf denen du deine Teilnehmenden mit Veränderung beschenken kannst: Wissen, Verhalten oder Einstellung.

Der Erwerb von Wissen oder Verständnis

Um für diese Art von Wissen Lernziele zu formulieren, kannst du genau definieren, von welcher Art dein geteiltes Wissen ist. Die folgende Tabelle kann dir helfen ein glasklares Lernziel zu formulieren. Je konkreter, desto besser. Bei dieser Art von Wissen geht es um Fakten, Konzepte, Regeln, Prozesse oder Prinzipien.

Beispiel: Du bist in der Lage, die drei Komponten von professionellen Lernzielen zu benennen.

Das Erlangen von neuen Verhaltensweisen

Wenn deine Teilnehmenden nach deinem Kurs etwas neues tun können, dann geht es bei dir um eine Verhaltensänderung. Beispiele sind: Kochen, Sport, Ernährung, das Händeln einer Kamera, etc. Diese neuen Verhaltensweisen, lassen sich meistens sehr leicht konkret als Ziel formulieren.

Beispiel: Du bist in der Lage diese Anleitung auf die Lernziele in deinem eigenen Online-Kurs selbstständig anzuwenden.

Das Verändern von Einstellungen und Emotionen

Wenn sich als Konsequenz der aktiven Teilnahme an deinem Kurs Dinge wie Emotionen, Einstellungen, Werte oder Überzeugungen ändern sollen, wird es meist etwas herausfordernder. Die Ergebnisse sind hier weniger greifbar und konkret. Trotzdem solltest du versuchen, auch dieses Ebene in möglichst klare Worte zu fassen.

Beispiel: Du bist dir bewusst, dass richtig gute Lernziele dich dabei unterstützen einen professionellen Online-Kurs zu erstellen.

Das Anstreben eines Lernziels in dieser Ebene ist oft mit Persönlichkeitsentwicklung verbunden. Eine Richtung, die für jede Person offensichtlich anders ist. Wer bestimmt hier also die Richtung, oder das Ergebnis? Nichtsdestotrotz darfst du dir bewusst werden, welche Werte, Gefühle und Überzeugungen du mitbringst. Es wird jedoch nicht funktionieren, konkerte Gefühle oder Werte bei Teilnehmenden erzeugen zu wollen. Ich hoffe, dass ergibt Sinn für dich.

2. Schritt: Wie soll gelernt werden? (Bedingungen)

Welcher Hilfsmittel dürfen sich deine Teilnehmenden bedienen oder nicht bedienen, um das gesetzte Lernziel zu erreichen? Sind Spickzettel, Handbücher oder bestimmte Programme vorgesehen? Soll das Lernziel selbstständig erreicht werden, eben ohne alle Hilfe? Muss ein bestimmter Lösungsweg, ein bestimmtes Programm verwendet werden? Gibt es eventuell formale Regeln oder Vorgaben?

Beispiele: Lernziel XY wird … ohne Hilfmittel; mit bestimmten Programmen oder Software; in einer bestimmten Zeit; selbstständig; mit Hilfe von Feedback; im Rollenspiel; spontan in einem Satz; etc. erreicht.

3. Schritt: Was ist der Maßstab, um zu messen, ob das Lernziel erreicht wurde? (Qualität)

Jetzt weißt was und wie gelernt werden soll. Doch ein klares Ziel nützt nichts, wenn du nicht weißt, wann du es erreicht hast. Die letzte Komponente deines Lernziels beantwortet die folgende Frage: Wie kann überprüft werden, ob deine Teilnehmenden das gesetzte Ziel auch tatsächlich erreicht haben?

Beispiel: Du hast, mit Hilfe dieser Anleitung, für deinen Online-Kurs und die einzelnen Module jeweils einen Satz als Lernziel formuliert, der alle drei Komponenten enthält.

Online Kurs erstellen lassen Illustration für den Nutzen des Kurs Kreation Plus Services

Woran kann gemessen werden, ob der Lernprozess, also dein Online-Kurs zum Erfolg geführt hat? Hier ein paar Beispiele für Qualitätsmaßstäbe:

  • Nach den Gesprächsregeln von XY
  • Entsprechend der Prinzipien von XY
  • Überzeugend
  • So dass XY einwandfrei und sicher funktioniert.
  • Mit 4 Gegenargumenten und 4 Dafür-Argumenten
  • Mit 2 Beispieltexten.
  • Mit 3 Zoom-Interviews.

4. Schritt: Lernziel ausformulieren – Formulierungstipps

Im vorletzten Schritt setzt du die 3 Komponenten zu einem sinnvollen Satz zusammen. Dafür gebe ich dir noch ein paar allgemeine Tipps mit:

Verwende aktive Verben und präzise Sprache:

Lernziele sollten in einer klaren, präzisen und aktiven Sprache geschrieben werden. Verwende dabei starke Verben, die konkrete Handlungen beschreiben. Aktive Verben verleihen deinen Zielen Energie und helfen deinen Kund:innen dabei, sich aktiv und motiviert in den Lernprozess einzubringen.
Beispiel: Statt „Du solltest über die Bedeutung von gesunder Ernährung informiert sein.“ könntest du schreiben: „Du wirst die Grundprinzipien einer gesunden Ernährung analysieren und in der Lage sein, gesunde Lebensmittel auszuwählen und in deinen Alltag zu integrieren.“ Klingt besser, oder?

Der Anfang muss nicht kreativ sein

Lernziele dürfen gern immer gleich anfangen, das hilft dir dich zu fokussieren. Anfänge wie: „Die Teilnehmenden können…“ oder „Die Teilnehmenden sind in der Lage…“ zwingen sich dazu einen konkreten Endzustand zu definieren. Ich wiederhole mich, doch genau dieser klar definierte Endzustand wird dir helfen, deinen Kurs zu strukturieren und deinen Kund:innen helfen motiviert, dass sehr sichtbare Ziel erreichen zu wollen.

Beschreibe tatsächlich beobbachtbares Verhalten

Wenn du ein Ziel beschreibst, das deine lernenden Kund:innen auch an sich selbst beobachten können, hilft das der Motivation und der Vorstellungkraft allgemein. Du gibt damit die Möglichkeit, ganz konkret aufzuzeigen, wofür dieser Lernaufwand bei dir betrieben wird. Was dannach anders sein wird.

Illustration einer digitalen Party

5. Schritt: Hol‘ dir Feedback.

Es ist oft die größte Herausforderung für uns, unsere eigenen Themen einfach und verständlich in Worte zu kleiden. Einfach ist eben nicht immer gleich einfach zu machen. Deswegen hole dir eine oder mehrere Perspektiven ein, um deine Lernziele zu optimieren.

Ich lade dich ein, dein fertig formuliertes Lernziel an mich zu schicken. Ich gebe dir gerne Feedback und freue mich von dir zu lesen. 💌 Hier geht’s in mein Postfach (Klick!).

Hast du deinen Stift gezückt? Bereit für richtig gute Lernziele in deinem Online-Kurs?

Klare Lernziele werden für deinen überzeugenden und professionellen Online-Kurs einen Unterschied machen. Mit dem Befolgen dieser Anleitung hebst du dich ab und kannst sicherstellen, dass deine Teilnehmenden ihre Ziele erreichen und von deinem Kurs begeistert sein werden. Also schnapp dir deinen Stift, lege los und führe deine lernenden Kund:innen zu neuen Wissen-, Verhaltens- oder Einstellungs-Horizonten!

Wissen ist zum Teilen da 💛
Grüße Antonia

Quellen zum Nachlesen und Vertiefen:
„Formulierung von Lernzielen“ (2010)
„Lernziele formulieren leicht gemacht“ (wb-web)

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